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Über tausend Kilometer später...

  • Autorenbild: Eurobiker Charity e. V.
    Eurobiker Charity e. V.
  • vor 19 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Die Anreise begann stilecht mit Regen, Kälte und einem plötzlichen Wintereinbruch am Tauernpass.


Unser Schatzmeister mit seiner Tina hat unterwegs noch schnell einen Teilnehmer aus Mainz eingesammelt und gemeinsam ging es zum Finkensteiner Hof. Bis 18 Uhr trudelten tatsächlich alle ein. Sogar Ludwig mit Sohn Tobias, der bis morgens noch Nachtschicht geschoben hatte.


Die Anlage Heart of Nature in Ribnik empfing uns einen Tag später mit bestem Wetter, gutem Essen und Menschen, die uns inzwischen schon kennen. Weil es abends etwas frisch wurde, bekamen die Barladies noch eine spontane Eurobiker-Unterweisung im Grog-Machen.


Das Hotel Garten in Slavonski Brod entpuppte sich als herrlich urige Biker-Unterkunft mit offenem Feuer beim Abendessen.


Weiter ging es dann am nächsten Morgen entlang der kroatisch-bosnischen Grenze. Unser geplanter Grenzübergang war außer Betrieb, weil morgens die Zufahrt zur Brücke eingestürzt war. Kann passieren. Also nächster Übergang. Vorbei an zerschossenen Häusern, die dort noch immer als Mahnmal gegen jede Menschlichkeit stehen.


Auf bosnischer Seite entwickelten die Navigationsgeräte der Guides dann ein bemerkenswertes Eigenleben. Trotz identischer GPX-Daten landete eine Gruppe irgendwo in einer Schlammpiste, während die andere erst einmal ein paar Bonuskilometer sammelte. Irgendwie kamen am Ende trotzdem alle fast gleichzeitig in Bihać an. Aber irgendwie bekomme ich das Gefühl nicht los, dass ich als Einzige die vorgesehene Strecke abgefahren habe ; )


Am nächsten Morgen war ohnehin alles wieder vergessen.


In der Behinderteneinrichtung RADOSTI DRUŽENJA wurden wir vormittags von Mirsada, ihren Schützlingen und der Motorradgruppe United Brothers empfangen – mit Musik, Sonne, Kaffee und Ausgelassenheit – als träfe man auf alte Freunde.


Unsere zwei kurzfristig erkrankten Teilnehmer spendeten ihre kompletten Tourkosten, soweit nach möglichen Stornierungen etwas übrig blieb. Dadurch konnten wir den Spendenbetrag auf 7.000 Euro erhöhen. Peter und Matthias – ganz großer Dank dafür.


Die Einrichtung spart aktuell auf einen Van und kämpft gleichzeitig noch mit einigen notwendigen Baumaßnahmen.


Womit wir beim Bürgermeister von Bihać wären. Er kam zwar zu spät, aber immerhin standesgemäß – mit Fahrer und schwarzer Limousine. Auf Nachfrage erklärte er uns dann, dass leider nicht genug Geld für die vollständige Unterhaltung der Einrichtung vorhanden sei. Ich habe tapfer meine Gedanken unausgesprochen gelassen.


Beim Rafting auf der Una stellte sich heraus, dass die Eurobiker teilweise erstaunlich unterschiedliche Vorstellungen von Arbeitsmoral haben.


Natürlich hatten auch diesmal wieder alle ihre ganz eigenen Reisespleens dabei. Motorrad und Koffer putzen zum Beispiel. Oder eine praktische Unterweisung im fachgerechten Verzehr einer Forelle ...


Am Ende bleiben über tausend Kilometer, viel Gelächter, tiefe Gespräche und Geld, das den richtigen Empfänger erreicht hat.


Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich Marion und Rolf im Begleitfahrzeug. Unter anderem für den Transport der Geschenke eine ziemlich bequeme Idee. Das entlastet das Gepäckaufkommen auf den Motorrädern doch erheblich.


Aus Nizza grüßt euch herzlich

Daniela

 
 
 

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